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STECKBRIEF

André Bélard, Rivaz

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Am 29. Mai 2020 lernten wir André Bélard zum ersten Mal bei unserem jährlichen Besuch beim Winzer Pierre-Luc Leyvraz in St. Saphorin kennen. Zu dieser Zeit arbeitete André mit einem der grössten Chasselas-Meister der Romandie zusammen und das Projekt sah vor, dass er das Weingut von Pierre-Luc eines Tages übernehmen würde. Doch das Leben hat manchmal andere Pläne.

André Bélard wurde 1983 in der Nähe von Stuttgart geboren, sein Vater ist Franzose, seine Mutter Deutsche. Von 2006 bis 2009 absolvierte er die Weinbauschule in Changins und arbeitete anschliessend bei La Régence Balavaud in Vétroz sowie bei Louis Bovard in Cully, bevor die Zusammenarbeit mit Pierre-Luc begann.

Im Jahr 2023 gründete André Bélard seine eigene Domaine Les Dryades in Rivaz. Nun kann er seine eigene Ideen verwirklichen. Der dreifache Familienvater ging "All-in" und pachtete kurz vor der Weinlese einen Weinkeller und seine ersten Parzellen. Heute bewirtschaftet er 2,3 Hektar Reben in den Appellationen St. Saphorin und Dézaley.

Das meteorologisch herausfordernde Weinjahr 2021 mit insgesamt 17 Spritzungen hat André Bélard zum Nachdenken gebracht. Er entdeckte in der Folge die Agro-Ökologie für sich und bildete sich in Frankreich weiter. Sein Ziel ist es, mehr Biodiversität im Rebberg zu fördern, den Boden wiederzubeleben und die Resilienz der Pflanzen gegen Krankheiten zu stärken.

So hat André bereits mehrere hundert Tonnen Frischholzschnitzel ausgebracht und rund 200 Bäume und Büsche in seine Rebparzellen gepflanzt. Ausserdem gedeihen zwischen den Reben allerlei Gemüse, Früchte und Kräuter. Es wuchert quasi überall, aber mit System. Die Bäume spenden in Zeiten des Klimawandels wenig Schatten und schützen bei Hagel teilweise die Kulturen. Sie speichern Wasser, das sie den anderen Pflanzen zur Verfügung stellen können. Zudem möchte André die Synergien zwischen den Pilzen im Boden und den Reben fördern.

Unser Besuch bei André Mitte Mai 2025 war schlichtweg beeindruckend. Einerseits bestaunten wir einen Rebberg, der beinahe wie ein Dschungel aussah, andererseits steckte darin so viel mehr Leben als bei den benachbarten Monokulturen. Die Weine, die wir abschliessend degustierten, waren allesamt präzise, frisch und im besten Sinne trinkig.

Wir sind überzeugt, dass André Bélard mit seiner Hingabe, seinem tiefen Verständnis für die Natur und mit seinen authentischen, frischen Weinen noch viel von sich reden machen wird.

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